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Hund verliert Kot beim Laufen

01.03.2019 |

Wo drückt der Schuh?

In vier Wochen wird mein Hund Rocky 12 Jahre alt und es geht ihm immer noch gut. Seit einem dreiviertel Jahr allerdings kann er seinen Kotabsatz nicht mehr wirklich steuern. Immer öfter verliert er seinen Kot in der Wohnung und das, obwohl ich mindestens 4 Mal am Tag mit ihm raus gehe. Egal ob beim Schlafen (dann sind es meist trockene, runde Krümelchen) oder tagsüber (dann ist es meist flüssig und kommt tropfenweise raus). Die TÄ meint es sind Würmer, aber Rocky wird jetzt schon seit mind. 4 Monaten gegen Würmer behandelt! Manchmal bekommt er drei Tage hintereinander Spritzen, dann ist es zwei/drei Tage lang wieder gut. Aber danach fängt es einfach wieder von vorn an. Ich bin absolut ratlos, es ist ja auch nicht gut für den Hund, wenn er ständig Medikamente bekommt! Kann ich etwas dagegen tun? Und vor allem: wie kann ich verhindern, dass mein Boden schmutzig wird?

 

Dr. Claudia Pastor antwortet:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Sie beschreiben hier eine “echte” Kot-Inkontinenz, die abzugrenzen ist von der “unechten” Kot-Inkontinenz. Diese „unechte“ Kot-Inkontinenz tritt zum Beispiel bei Durchfall, Verstopfung oder Verhaltensstörungen auf. Anders als bei der „echten“ Kot-Inkontinenz, nimmt ein Hund bei der „unechten“ Kot-Inkontinenz die typische, normale Körperhaltung mit gekrümmtem Rücken beim Kotabsatz ein. Dies ist bei Ihrem Hund aber nicht der Fall, daher handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine „echte“ Kot-Inkontinenz.

Hierfür kommen sehr viele unterschiedliche Ursachen in Betracht.

Zunächst sollte durch gründliche Untersuchung festgestellt werden, ob es sich um eine neurogene, also Nervensystem-bedingte, oder nicht neurogene Ursache handelt.

Dazu wird eine allgemeine Untersuchung inklusive rektaler und Blut-Untersuchung durchgeführt, sowie eine komplette neurologische Untersuchung, die die Beurteilung von Reflexen, Haltungs- und Stellreaktionen beinhaltet.

Ist die neurologische Untersuchung unauffällig, kommen als Haupt-Ursachen in Betracht:

  1. perianale Fisteln um den Anus herum, eine hauptsächlich beim deutschen Schäferhund auftretende Hauterkrankung
  2. Verletzungen in der Analgegend oder im Enddarm
  3. Perinealhernie, also die Erschlaffung und Rückbildung des Bindegewebes, das den Beckenboden bildet
  4. Neubildungen bzw. Tumore in der Enddarm- und Analgegend
  5. entzündliche Veränderungen des Dickdarms und Enddarms

Als Ursachen, die vom Nervensystem ausgehen, kommen in Frage:

  1. Bandscheiben-Schäden wie Bandscheibenvorfall, -Entzündung, -Degeneration
  2. Wirbel-Schäden durch Brüche und Verlagerungen der Wirbel, oder durch flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die Zysten genannt werden
  3. Neubildungen bzw. Tumore an der Wirbelsäule
  4. Verengung des Rückenmarkkanals am Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein (sogenanntes Cauda-Equina-Syndrom)
  5. Polyneuropathie, also die gleichzeitige Erkrankung mehrerer Nerven
  6. auch Muskelerkrankungen können mit neurologischen Befunden einhergehen

Um diese genannten Ursachen voneinander abgrenzen zu können, müssen eventuell zusätzliche diagnostische Verfahren eingesetzt werden. In Frage kommen hier zum Beispiel Röntgen, CT(Computertomographie), MRT(Magnetresonanztomographie) oder die Liquor-Untersuchung.

Im Fall Ihres Hundes gehe ich davon aus, dass die Möglichkeit einer Wurminfektion mit mehrmaligen Entwurmungen ausgeschlossen werden kann.

Die Injektionen, die Ihr Tierarzt gegeben hat, haben Ihrem Hund und Ihnen geholfen; unter Überwachung möglicher Nebenwirkungen – und in Anbetracht der mitunter sehr teuren Untersuchungen, die nun anstehen würden – kann es durchaus sinnvoll sein, die bereits eingeschlagene Therapie fortzusetzen.

Es gibt Windeln für Hunde, die auch gut von den Tieren akzeptiert werden. So können Sie Ihre Wohnung sauber halten.

Ich hoffe sehr, Ihnen mit meinen Informationen geholfen zu haben!

 

mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen

Claudia Pastor

 

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